Am 12.01.2026 besuchten die Klassen 12A und 12C der Robert-Bosch-Fachoberschule auf Initiative des Wahlkurses Couragiert die Vorstellung des deutsch-französischen Kabarettisten „Alfons“ im Prinzregententheater.
Emmanuel Peterfalvi, alias „Alfons“, wurde als TV-Reporter Alfons, in oranger Trainingsjacke, mit Puschelmikro und Akzent bekannt. Nun macht er auf der Bühne Comedy – mit ernstem Hintergrund.
In seinem Bühnenprogramm „Alfons – jetzt noch deutscherer“ erzählt er liebevoll von seiner jüdischen Großmutter, die das KZ Auschwitz überlebte, sowie humorvoll von der Entscheidungsfindung, ob er Deutscher werden will. „Das berührt die Jugendlichen, sie öffnen sich.“ Dann nähmen sie Dinge an, „darum geht es“, sagte er. „Denn ich will, dass so etwas wie damals nie wieder passiert.“
„Wichtig ist, dass man etwas tut, es ist eine supergefährliche Zeit, da kann etwas wegrutschen“. „Es brauche nur gute Menschen, die nichts unternehmen, damit das Böse gedeiht“, zitiert Alfons den Holocaust-Überlebenden Simon Wiesenthal. Alfons unternimmt etwas!
Alfons zu Besuch an der Robert-Bosch-Fachoberschule
Im Andenken an seine „Grand mère“ gründete er eine Stiftung, um das Engagement seiner Großmutter für Völkerverständigung mit Bildungsprojekten fortzusetzen. Dabei erhalten Schulen vergünstigte Karten für das autobiografische Theaterstück. Außerdem können die Schülerinnen und Schüler ihn im Workshop am Tag danach ausfragen, da hört er vor allem zu und animiert sie, miteinander zu sprechen. Die Grundregel ist, dass alle sagen müssen, was sie denken. Und Alfons verteidigt und schützt jeden, der das tut. Selbst wenn er oder die anderen schockiert sind von einer Meinung, sagt er: „Das ist okay, ich bedanke mich, dass du es gesagt hast.“
Unsere Schule besuchte Alfons aus terminlichen Gründen bereits am Nachmittag vor seiner Vorstellung, daher sprachen wir weniger über sein aktuelles Programm. Stattdessen nahm er sich viel Zeit für einen offenen Austausch. Zuerst wollte er wissen, welche Themen wir Schüler*innen selbst mitbringen. Schnell ging es um den Schulalltag, um Stress, Ungerechtigkeiten und Frust mit dem bayerischen Schulsystem.
Alfons hörte aufmerksam zu, griff die Erfahrungen auf und schlug den Bogen zur Demokratie: Wie kann man mit Frustration umgehen, ohne sich zurückzuziehen? Wie kann man Kritik äußern und trotzdem respektvoll bleiben? Und wie kann man die eigene Lebenswelt aktiv mitgestalten? Er ermutigte die Jugendlichen, ihre Ideen ernst zu nehmen – und bot uns an, uns bei Projekten mit seiner Stiftung zu unterstützen. Ganz konkret forderte er uns dazu auf, ihm eine Woche nach seinem Besuch E-Mails mit einer Rückmeldung zu seinem Besuch und Projektvorschlägen zu schicken.
Wir freuen uns darauf, Alfons und seinem Projekt auch in Zukunft verbunden zu bleiben und den Austausch fortzusetzen. Ein herzlicher Dank gilt dem Wahlkurs Couragiert und ganz besonders Frau Platzer und Herrn Rümelin für die Organisation der Veranstaltung.
Text und Organisation:
Frau Platzer, Herr Rümelin und der Wahlkurs Couragiert


